Vertrauensübungen

Aus Getting Involved!
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Es ist sinnvoll, die Vertrauensübungen in der Anfangsphase des Seminars als eine Einheit innerhalb des Programms einzusetzen und nicht nur als Rahmenaktivität zu betrachten. Sie lockern die Atmosphäre auf und unterstützen die Herausbildung des Gruppengefühls. Über die Sensibilisierung der eigenen Sinneswahrnehmung wird die Sensibilisierung gegenüber den anderen gefördert. Die Übungen unterstützen die Teilnehmer dabei, die anderen besser kennen zu lernen, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und Vertrauen in die Gruppe zu bilden.

Es ist wichtig, die Vertrauensübungen bewusst so auszuwählen und aneinander zu reihen, dass sich der Grad des angestrebten Vertrauens steigert. Daher sollte man von einfacheren zu komplexeren Übungen übergehen. Falls es die Bedingungen erlauben, wird empfohlen, viele der Vertrauensübungen draußen an der frischen Luft durchzuführen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stop-Regel

Wichtig ist, den Teilnehmern gegenüber zu betonen, dass jede der Übungen freiwillig ist! Jederzeit kann die Stopp-Regel benutzt werden, nach der jederzeit jeder ohne Angabe von Gründen schweigen kann, wenn es ihm zu intim wird. Viele der Übungen können später wiederholt werden, dann natürlich in der Form von Wups oder als Freizeitbeschäftigung.

[Bearbeiten] Auswertung

Als Auswertung, die ein fester Bestandteil dieser Einheit ist, wird empfohlen, sich in einer lockeren Runde über die Gefühle der Beteiligten auszutauschen:

  • Wie fühlst du dich jetzt?
  • War es schwer / leicht, angenehm / unangenehm, einer Person, die du erst seit ein paar Tagen kennst, zu vertrauen / sich auf sie einzulassen? Hattest du Angst?
  • Welche Rolle ist dir leichter gefallen / in welcher Rolle fühlst du dich besser? In der Rolle des Führenden oder des Geführten?
  • Was hast du bei den Übungen über dich selbst erfahren?
  • Spürst du ein stärkeres Vertrauen in die Gruppe?

[Bearbeiten] Gehen

Alle unsere Bewegungsabläufe im Alltag sind automatisiert, auch und vor allem unser Gang. Natürlich hat jeder einen individuellen Gang – seinen persönlichen Automatismus. Auch passen wir unseren Gang örtlichen Gegebenheiten an: durch U-Bahn-Schächte gehen wir möglichst rasch, durch manche Straßen schlendern wir. Sobald wir unseren Gang ändern, ändern wir die Spannung in unseren Muskeln, beanspruchen unterschiedliche Muskelgruppen, werden uns der Möglichkeiten unseres Körpers bewusster. In den folgenden Übungen probieren die Teilnehmer verschiedene Gangarten aus.

[Bearbeiten] Zeitlupe

Wer zuletzt am Ziel ankommt, gewinnt! Die Teilnehmer gehen langsam, mit möglichst großen Schritten, wobei sie jedes Mal den Fuß in Kniehöhe anheben und schwer stampfend aufsetzen. Der ganze Körper soll mitgehen. Bei jedem Schritt muss das Gleichgewicht neu gefunden werden. Immer steht nur ein Fuß auf dem Boden, wenn der rechte aufsetzt, hebt sich der linke usw. Langsam gehen, nicht stillstehen!

[Bearbeiten] Rechter Winkel

Alle sitzen auf dem Boden, Arme und Beine sind im rechten Winkel zum Körper ausgestreckt. Die Teilnehmer beginnen, sich mit dem Gesäß voranzubewegen, indem sie abwechselnd die rechte und die linke Körperhälfte vorschieben. Nicht zu schnell! Das ist kein Wettlauf. Nachdem eine bestimmte Strecke auf diese Art zurückgelegt wurde, bewegen sich alle auf die gleiche Weise, ebenfalls mit ausgestreckten Armen und Beinen, rückwärts.

[Bearbeiten] Schubkarre

Wie bei dem Kinderspiel fasst ein Teilnehmer die Beine des anderen, der auf den Händen gehen muss.

[Bearbeiten] Auf allen Vieren

Alle bewegen sich auf allen vieren fort, vorwärts und rückwärts.

[Bearbeiten] Affengang

Alle gehen in leichter Hockstellung, mit pendelnden Armen, die Hände berühren dabei immer den Boden.

[Bearbeiten] Krabbengang

Alle gehen auf allen vieren, aber nicht vorwärts, sondern nur seitwärts, nach rechts oder links.

[Bearbeiten] Känguruh

Alle fassen sich an den Knöcheln und hüpfen wie Kängurus.

[Bearbeiten] Kamelgang

Noch einmal auf allen vieren. Das rechte Bein und die rechte Hand machen gleichzeitig einen Schritt, dann das linke Bein und die linke Hand. Es bewegt sich also immer nur eine Seite voran.

[Bearbeiten] Mit verschränkten Beinen

Die Teilnehmer stehen paarweise nebeneinander, fassen einander um die Hüfte und verschränken entweder ihr linkes Bein mit dem rechten des Partners oder ihr rechtes mit seinem linken. Dann beginnt der Wettlauf. Nicht springen, sondern gehen! Der Partner leistet dabei wenig Hilfe, jeder muss sich selbst anstrengen.

[Bearbeiten] Gleichgewicht 1

Alle suchen sich einen festen Stand (Füße schulterbreit auseinander), schaukeln vor und zurück, finden ihre Mitte, schaukeln so stark, dass sie das Gleichgewicht verlieren, suchen eventuell Unterstützung, stellen sich dann fest hin und spüren, dass sie fest auf den eigenen Füßen stehen können.

[Bearbeiten] Gleichgewicht 2

Zwei ungefähr gleich starke Partner halten sich gegenseitig an den Händen. Zunächst drücken sie sich gegenseitig weg, dann halten sie sich und lassen sich langsam nach hinten fallen.

[Bearbeiten] Roboter

Die Teilnehmer gehen allein im Raum herum. Sie achten auf ihren Atem, gehen langsam. Nach einer kurzen Zeit bilden sie Paare. Der eine Teilnehmer führt den anderen, indem er ihn nur mit einem Finger anfasst. Der andere Teilnehmer schließt dabei die Augen.

Variante: Der Ablauf ist der gleiche, mit dem Unterschied, dass der Führende mit dem Finger auf dem Rücken des geführten Partners ihn als Auto steuert, durch Klopfen auf den rechten oder linken Arm abbiegen kann, am Nacken bremst usw. Nach einer Weile wechseln die Partner.

[Bearbeiten] Im Labyrinth

Jeder Teilnehmer konzentriert sich auf einen Punkt im Saal, schließt die Augen und geht langsam auf diesen Punkt zu. Zusammenstöße müssen dabei vermieden werden. Nach einigen Minuten, auf ein Zeichen, öffnet jeder die Augen und stellt fest, ob er dem Ziel näher gekommen ist oder auch nicht.

[Bearbeiten] Augen zu

Alle Teilnehmer gehen langsam durch den Raum. Auf ein Zeichen schließen alle die Augen, ein Name wird genannt und alle zeigen in die Richtung, in der sie die Person vermuten. Die Teilnehmer öffnen die Augen und kontrollieren, ob sie Recht hatten.

[Bearbeiten] Der Ruf

Die Teilnehmer bilden Paare: einer ist der Blinde, der andere der Blindenführer. Dieser stößt einen Laut aus, z.B. wie eine Katze oder wie ein Vogel, den sich der Blinde einprägt. Dann schließen alle Blinden die Augen, alle Blindenführer stoßen gleichzeitig ihre Kennlaute aus und entfernen sich langsam. Sie wechseln oft den Standort, entfernen sich immer weiter und stoßen dabei leise ihren Ruf aus. Jeder Blinde sucht seinen Blindenführer, wobei seine einzige Orientierungshilfe dessen Ruf ist; er darf sich nicht von den anderen Rufen, die um ihn schwirren, ablenken lassen.

Jeder Blindenführer ist für die Sicherheit seines Blinden verantwortlich. Der Blinde geht nur weiter, wenn er den Ruf hört. Wenn er ihn nicht mehr hört, bleibt er sofort stehen. So bewahrt der Blindenführer seinen Blinden vor Zusammenstößen.

[Bearbeiten] Skulptur

Partnerübung: Einer nimmt eine bestimmte Stellung ein, der andere ertastet diese mit geschlossenen Augen und nimmt die gleiche Stellung ein, danach öffnet er die Augen und vergleicht die Stellungen.

[Bearbeiten] Blind laufen

Diese Übung sollte auf einer größeren Fläche im Freien gespielt werden. Paare werden gebildet. Ein Teilnehmer wählt ein Objekt (Baum, Haus, Stuhl…), zu dem er blind laufen möchte. Dann schließt er die Augen und läuft mit dem Partner, dessen Augen geöffnet sind, zu diesem Objekt. Das Tempo des Laufens wählt der Teilnehmer selbst.

[Bearbeiten] Hand auf dem Rücken

Paarübung: Einer spaziert langsam, sein Körper ist ganz entspannt, der andere folgt ihm mit der Hand auf seinem Rücken, die ihn unterstützt und Wärme verleiht.

[Bearbeiten] Nummern fallen

Die Teilnehmer zählen durch, bis jeder eine Nummer hat. Alle bewegen sich auf relativ engem Raum. Der Leiter ruft eine Nummer und der Teilnehmer, dem die gerufene Nummer gehört, lässt sich fallen. Die anderen müssen darauf achten, dass dieser Teilnehmer nicht wirklich umfällt, sondern von ihnen aufgefangen wird.

[Bearbeiten] Torkelflasche

Die Teilnehmer stehen im Kreis. Alle beugen sich nach vorne, wobei der Körper gerade bleibt, d.h., ohne den Kopf vorzustrecken oder in der Hüfte abzuknicken und auch ohne die Füße vom Boden zu heben. Die Bewegung kommt nur aus den Fußgelenken. Danach vollführen sie dieselbe Bewegung nach hinten, dann wieder zur Kreismitte hin, mehrmals hintereinander, anschließend nach links und nach rechts. Dabei wird weder der Rumpf seitwärts gebeugt noch werden die Füße vom Boden gehoben. Anschließend beschreibt jeder einen Kreis, indem er sich nach vorn und dann linksherum (vorn-links-hinten-rechts-vorn) neigt. Dann umgekehrt, nach vorn und rechtsherum (vorn-rechts-hinten-links-vorn). Die Übung wird mehrmals wiederholt. Dann wird der Kreis der Teilnehmer enger geschlossen.

[Bearbeiten] Verrauenspendel

Vier bis sieben Teilnehmer bilden einen engen Kreis. Eine Person steht in der Mitte des Kreises und lässt sich mit geschlossenen Augen nach vorne, nach hinten und zur Seite fallen. Die Teilnehmer, die den Kreis bilden, müssen den innen Stehenden auffangen und koordiniert im Kreis weiterbewegen.

[Bearbeiten] Inselspiel

Zehn Teilnehmer versuchen, sich in einem eingegrenzten Feld aufzuhalten. Das Feld wird immer kleiner und kleiner. Das Spiel kann z.B. mit Zeitungspapier gespielt werden.

[Bearbeiten] Schlaraffenland

Es werden Dreiergruppen gebildet. Jeder Teilnehmer bekommt 5 Minuten, die ganz seinen Wünschen zur Verfügung stehen. Während dieser Zeit erfüllen die anderen zwei in der Gruppe alle Wünsche dieser Person. Es kommen alle drei an die Reihe.

[Bearbeiten] Kräftemessen 1

Die Teilnehmer stellen sich paarweise auf und legen die Hände auf die Schultern ihres Gegenübers. Auf ein Zeichen beginnen sie, einander mit aller Kraft von der Stelle zu schieben. Das darf aber keinem gelingen, keiner darf gewinnen oder verlieren. Sowie einer merkt, dass sein Partner schwächer ist, nimmt er sich zurück. Verstärkt der andere seine Anstrengungen, dann stemmt auch er sich ihm mit mehr Kraft entgegen.

[Bearbeiten] Kräftemessen 2

Die Teilnehmer gehen in Gruppen zu 5-6 Personen. Ein Teilnehmer sitzt auf einem Stuhl und versucht aufzustehen, während die anderen dies nicht zulassen wollen. Auf ein Zeichen werfen sie ihn plötzlich in die Luft.

Variante: Ein Teilnehmer liegt auf dem Boden und „macht sich schwer“, während die anderen versuchen, ihn hochzustemmen. Schließlich gelingt es ihnen. Sie halten ihn hoch über ihren Köpfen und schaukeln ihn sanft wie auf Meereswellen hin und her.

[Bearbeiten] Gummizug

Alle stehen im Kreis und fassen sich an den Händen. Die Teilnehmer streben auseinander, bis sie sich nur noch mit den Fingerspitzen berühren. Dann rücken sie zusammen, bis der Kreisumfang so klein wie möglich ist. Diese Übung kann mit einer Stimmübung kombiniert werden: beim Auseinanderstreben stoßen die Teilnehmer Laute aus, die ihr Verlangen nach Nähe deutlich machen, beim Zusammenrücken drücken sie stimmlich ihr Bedürfnis nach Distanz aus.

[Bearbeiten] König

Ein Teilnehmer steht im Kreismittelpunkt, er ist der König. Er setzt zu einer Bewegung an, und alle helfen ihm, sie auszuführen. Hebt er z.B. ein Bein, so stellt sich sofort ein anderer darunter. Der König tut alles, was ihm einfällt – klettert, dreht sich um die eigene Achse, lässt sich fallen –, die anderen stützen ihn bei jeder Bewegung. Er bewegt sich ganz langsam, damit die Helfer seine Absichten rechtzeitig erkennen und rasch reagieren. Dazu müssen sie dauernd mit ihm Körperkontakt halten, um so seine Muskelbotschaften richtig entschlüsseln zu können. Der König darf nicht in seinen Bewegungen beeinflusst werden, er allein entscheidet, was er als nächstes tun will. Er beendet die Übung, indem er sich sanft absetzen lässt. Bei großer Teilnehmerzahl können mehrere Gruppen gebildet werden. Jeder soll einmal König sein.

[Bearbeiten] Begrüßungen

Die Teilnehmer bilden Paare. Ein Teilnehmer nennt jeweils zwei Körperteile, die sich berühren sollen. Wenn es also heißt: „Nase zu Ellbogen!“, versucht jeder, mit seiner Nase den Ellbogen seines Partners zu berühren. Dann heißt es z.B.: „Fuß zu Knie!“, „Ohr zu Handfläche!“, „Nabel zu Knie!“ usw. Die Kombinationen werden immer komplizierter, bis die Paare keine Begrüßung mehr ausführen können. Auf ein Zeichen wechseln die Paare, und das Spiel geht von neuem los.

[Bearbeiten] Bär

Ein Teilnehmer ist der Bär, die anderen sind die Holzfäller. Der Bär stößt ein fürchterliches Gebrüll aus. Die Holzfäller, die ihm den Rücken zuwenden, fallen um und bleiben steif liegen. Der Bär geht zu jedem, schnauft, brüllt, tappt nach ihm, kitzelt ihn, kurz: tut alles, um ihn zu einer Lebensäußerung zu veranlassen. Wenn ihm das gelingt, verwandelt sich der Holzfäller ebenfalls in einen Bären und versucht, die anderen Holzfäller zum Lachen zu bringen usw. Das Spiel ist zu Ende, wenn alle Bären sind.

[Bearbeiten] Stuhl

Ein Teilnehmer setzt sich auf einen Stuhl. Ein anderer setzt sich auf seinen Schoß, wieder ein anderer auf dessen Schoß usw., bis es nicht mehr geht. Jeder legt die Arme um die Taille des auf ihm Sitzenden. Nun heißt es: „Rechts, links“, und alle heben im Takt das rechte und dann das linke Bein, als wollten sie vorwärts marschieren. Der Stuhl wird weggezogen, aber keiner fällt, da alle sitzen und sich aneinander festhalten. Die aufeinander sitzenden Teilnehmer versuchen dann, einen Kreis zu bilden. Dieser schwankt unaufhörlich nach rechts und nach links. Wenn der Kreis geschlossen ist, können sie die Arme lösen. Man kann auch mit drei Stühlen beginnen und drei Reihen bilden. Wenn die Stühle weggezogen sind, versucht der erste jeder Reihe, sich beim letzten der davor sitzenden Reihe einzuhaken.

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