Verantwortung und Selbständigkeit stärken

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Persönlichkeitsentwicklung und der Erwerb von Schlüsselkompetenzen können dann erfolgen, wenn Lernumgebungen ihren Teilnehmenden Möglichkeiten zum Ausprobieren geben. Dieses neue Wissen entsteht durch Beobachtung, Ausprobieren und Bewertung. Anders gesagt: Demokratie und Eigenverantwortung können dann nachhaltig gelehrt werdemn, wenn sie in der Lernumgebung gelebt werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einbindung von Teilnehmendenerfahrung

Teilnehmende in trainings sind of formale Lenrsituationen gewöhnt, wie in der Schule oder Uni. Diese lassen ihnen nur wenig Raum für Beteiligung und haben auch einen klar kognitiven Fokus.

Es kann vorkommen, dass solche Teilnehmenden durch eine modernere Lernumgebung irritiert werden. Sie wissen dann nicht, was sie erwarten können und wie sie sich überhaupt einbringen können. Deshalb sollte der Hintergrund solcher Teilnehmender auch in der Trainingsplanung Berücksichtigung finden. Auch sollte man ihren Wunsch nach klaren, sichtbaren Ergebnissen auch respektieren, selbst wenn auch ein rein prozessuales, ergebnisoffenes Trainingsdesign zum Ziel führen könnte.

[Bearbeiten] Konsequenzen

Im Sinne von Transparenz, einem demokratischen Grundprinzip, sollten auch Trainer ihre Erwartungen an die Arbeit der Teilnehmenden mitteilen. Das kann in den einführenden Teilen des Programms erfolgen.

Wichtige Punkte sind hierbei oft die Rechte und Pflichten von beiden - Trainern wie Teilnehmenden. Wenn man befähigend arbeiten möchte, sollte man offen für die Bedürfnisse der Teilnehmenden sein. Die Methode Verhaltensregeln kann zum Einstieg in diesen Dialog dienen.

[Bearbeiten] Übereinkunft

Neben Konsequenz benötigt man in vielen Situationen auch Konsens. Bieten Trainer ihren Teilnehmenden einen Programmvorschlag an, zeigen sie, dass sie die Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmenden ernst nehmen. Und ein Programm das von allen Teilnehmenden als relevant angesehen wird, führt leichter zur Akzeptanz deiner und eurer Arbeit.

Auch in den informellen Programmteilen können Teilnehmende eingebunden werden. Engagement und Eigenverantwortung sind nahe beieinander. Deshalb, übergebt den Teilnehmenden möglichst viel Eigenverantwortung, etwa durch

  • Verantwortung für die informellen Teile: Getränke in der bar, kulturelles Programm, Aufräumen
  • Teilnehmendenbeiträge im Training: Aufwärmspiele, Vorstellung ihrer Arbeit, inhaltliche Expertenbeiträge
  • Unabhängige Auswertung in (täglichen) Auswertungsgruppen ohne Anwesenheitb der Trainer.Diese bekommen nur die Ergebnisse persönlich oder anonym mitgeteilt.
  • Ermutigung, Dinge auszuprobieren: Moderation, Presentation
  • Konstruktiv Feedback zu erhalten und zu geben
  • Gemeinsame Entscheidung der Teilnehmenden über den Rahmen und die gemeinsamen Regeln: Zeitmanagement (u.a. wann das Training täglich beginnt und endet), die didaktischen Ziele, Gruppenaktivitäten und gemeinsame Aufgaben.

[Bearbeiten] Konflikte

Einige Teilnehmende denken am Anfang, dass hauptsächlich die Trainer die Quellen der Erkenntnis darstellen. Das ist ein sogenannter lehrerzentrierter Lernansatz. Umgekehrt basieren viele Bildungsangebote auf dem Gegenteil, wie zum Beispiel im [Theodor-Heuss-Kolleg]: Sie konzentrieren sich auf die bereits im Einzelnen vorhandenen Fähigkeiten und die Potenziale. Dabei findet das Lernen im Austausch zwischen Personen, durch Multiperspektivität von heterogenen Gruppen, durch das Teilen von Erfahrungen aus Arbeit und Leben statt.

Ein an den Lernenden sich orientierender Ansatz will diese Erfahrungen und Fähigkeiten explizit machen, in das Training hineinholen. Einerseits kann das dazu führen, dass neue Potentiale entdeckt werden. Andererseits führt Multiperspektivität auch zu Konflikten. Diesen Konflikten kann man ihr dramatisches Potenzial durch Analyse nehmen und dadurch, dass beide Perspektiven erst einmal grundlegende Akzeptanz erhalten. Ist dies erfolgt, kann man konstruktiv mit den Konflikten umgehen. Im besten Fall führen die Differenzen zu neuen Erfahrungen und zu neuem Wissen. Auch dadurch, dass man konflikte ernst nimmt, zeigt man Teilnehmenden, dass man ihre Anliegen ernst nimmt. Deshalb empfehelen wir, Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen, sondern Methoden zu finden, wie man mit ihnen arbeiten kann Konfliktmanagement in Trainings.

[Bearbeiten] Teilnehmende im Mittelpunkt

Das Wissen, die Bedürfnisse und Lernstile der Teilnehmenden sind die Hauptgrundlage für den Lernprozess. Deshalb passen wir unsere methodischen Konzepte und Ziele an die konkreten Teilnehmenden an. Unser Ideal ist ein aktiver Teilnehmender, der neue Perspektiven durch Aktivität und Reflexion gewinnen möchte.

Um dieses Ideal umzusetzen bedarf es auch Trainer, die sich als Moderatoren oder Coaches sehen, weniger als Lehrer oder Experten (obwohl sie spezielle Expertise haben müssen).

Häufig ändert sich auch die Rolle eines Trainers im Laufe eines Lernprozesses. Am Anfang word der Inhalt udn der Plan stärker von den Trainern strukturiert, später bekommen die Teilnehmenden mehr Eigenverantwortung übertragen. Spziell bei der Arbeit mit Gruppen bietet es sich an, wenn Teilnehmende ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen können - etwas moderieren oder präsentieren. Warum auch nicht einen Experten unter den Teilnehmenden einbinden? Wer irgendetwas zum Erreichen der Ziele beizutragen hat, sollte dies auch tun können.

[Bearbeiten] Teilnehmende führen

Ein Trainer hat eine konkrete Aufgabe, die auch häufig in einem Vertrag festgeschrieben ist beziehunsgweise die sich aus der Ausschreibung ergibt. Mit seiner Bewerbung oder Anmeldung mandatieren Teilnehmende die Trainer, im Sinne des Programms und der Ziele unter den vorher bekannten Bedingungen zu handeln.

Die grundlegende Pflicht, die sich für Trainer hieraus ableitet ist, den Teilnehmenden zu helfen, weiterzukommen. Schritt für Schritt. Wir leiten die Gruppe und gestalten die Gruppenprozesse in diesem Sinne durch

  • Fachwissen
  • Die Fähigkeit, transparente Lernprozesse zu gestalten
  • Transparentmachung unserer speziellen Rolle
  • Indem wir das Prinzip der Freiwilligkeit einführen und vonZWang geprägte Situationen vermeiden
  • Durch die Schaffung von Räumen für neue Erfahrungen
  • Indem wir verschiedenen Meinungen den gleichen Respekt zollen
  • Durch die Nutzung von Kritik als konstruktives MIttel - Feedback
  • Indem wir die hohe Theorie von Demokratie und Partizipation in unserem Seminar anwendbar machen, uns eingeschlossen.
  • Indem wir auf gemeinsamen Regeln bestehen und auf ein demokratisches Zustandekommen dieser Regeln
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