Teamuhr-Modell

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Das bekannte Teamentwicklungsmodell von Bruce Tuckman erfasst die Dynamik eines typischen Pro­jektverlaufs. Es veranschaulicht die Tatsache, dass Teamprozesse überhaupt dynamisch ablaufen. Damit bildete es die Grundlage für weitere, oft detailliertere Modelle.

[Bearbeiten] Überblick

Teamuhr nach Tuckman

[Bearbeiten] Forming / Formierungsphase

Am Anfang stehen widersprüchliche Gefühle: Vorfreude neben Skepsis, Kreativität neben grundsätzlichen Diskussionen. Es gilt, die gemeinsamen Ziele und Aufgaben festzulegen, Rollen und Kommunikationsregeln zu klären. Aus Sicht des Einzelnen bestehen hohe Erwartungen, aber auch Unsicherheit. Diese Phase dient der Orientierung.

[Bearbeiten] Storming / Konfliktphase

Nach der gemeinsamen Orien­tierung „läuft die Gruppe los“, Inter­essen und Konflikte lassen nicht lange auf sich warten. Auch das Projektumfeld fordert die Team-Mitglieder heraus: Anwesenheiten bei Prüfungen, alltägliche Belastungen oder Liebesbeziehungen. Unter diesem Druck wer­den Unstimmigkeiten schnell sichtbar: Man muss mit Zielkonflikten und persönlichen Konflikten umgehen, eine „emotionale Antwort auf die sächlichen Anforderungen“ bekommen (Tuckman).

[Bearbeiten] Norming / Regelphase

Nachdem Konflikte ausgetragen und entschärft wurden, folgt meist Entspannung. Das Gemeinsame tritt in den Vordergrund, Regeln wurden entwickelt und die Konsequenzen aus den Konflikten der Vergangenheit gezogen. Es wird „geflickt“ (Tuckman), wo es zuvor kleinere Bruchstellen gab. Die Identifikation mit der gemeinsamen Sache nimmt zu, ebenso die Dialogbereitschaft. Im Projekt werden nun erste Erfolge sichtbar.

[Bearbeiten] Performing / Arbeitsphase

Die Arbeitsintensität nimmt zu und der Norming-Phase folgt eine sehr aktive Phase guter Absprachen und gut geplanter Aufgaben. Man ver­sucht, durch Projektmanagement Kontrolle über den Prozess zu gewinnen. Auch gruppendynamisch dominiert die Innensicht. Das Team hat sich selbst im Visier: Wir arbeiten gemeinsam.

[Bearbeiten] Adjourning /Auflösungsphase

Das Ende der Projektaktivitäten bietet den Anlass, Bi­lanz und Schluss­­folgerungen zu ziehen: Auflösen (adjourning) oder Weiter­ma­chen. Dass dies nicht ohne Emotionen geschieht, ist selbst­ver­ständ­lich. Falls man an eine weitere Zusammen­ar­beit denkt, dann oft unter veränderten Bedingungen: Mit anderen Team-Mitgliedern, in einer veränderten Umwelt, mit anderen Zielen.

[Bearbeiten] Re-Forming / Auswertungsphase

Diese Auswertungsphase steht nicht nur für das Ende eines typischen Projekts. Auch während des Gruppenprozesses gibt es immer wieder Phasen, in denen der hier beschriebene Zyklus unterbrochen wird. Sei es, weil jemand aussteigt, jemand Verantwortung zurückgibt oder jemand neue Aufgaben/Schwer­punkte beansprucht. Auf die damit eintretende (neue) Unge­wissheit folgt eine auswertende Phase, die Tuckman als Re-Forming bezeichnet.

[Bearbeiten] Literatur

  • Bruce W. Tuckman: Developmental sequence in small groups, Psychological Bulletin, 1965. 63, S. 384-399
  • Teambildung bei Wikipedia
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