Feedback

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In den Seminaren des Theodor-Heuss-Kollegs wird sehr viel Wert darauf gelegt, die Teilnehmer in die Gestaltung des Lernprozesses einzubinden. Die Seminarleiter haben das Ziel, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Teilnehmergruppe selbst möglichst viel Wissen für ihre weitere Arbeit sichtbar und nutzbar machen kann. Statt „Ich zeige euch, wo es lang geht“: Methoden anwenden, die eigene Erfahrungen thematisieren oder zum Ausprobieren anregen.

Bezogen auf Kommunikation heißt dies, sich selbst für Verstehen und Missverstehen verantwortlich fühlen. Aus dem Alltag wissen wir, dass das leichter gesagt ist als getan. Beziehungen (und Hierarchien), unterschiedliche Assoziationen, andere Interpretationen erschweren unsere Kommunikation gerade außerhalb des geschützten Rahmens eines Seminars oder Projekts. Die humanistischen Grundlagen für deise Haltung finden sichbei Carl Rogers, in der "Themenzentrierten Interaktion" (Ruth Cohn) oder der "Gewaltfreien Kommunikation" (Marshall B. Rosenberg)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Feedback geben und Feedback nehmen können

Feedback zu geben und zu empfangen, ist ein Mittel, die Kommunikation in den Griff zu bekommen. Dies ist eine effektive, wenn auch im Alltag in allen Kulturen unübliche Kommunikationsweise. Sie wird im ganzen Kollegjahr konsequent angewendet. Auch wenn Feedback oft unsere Emotionen berührt und manchmal gekünstelt wirkt: In einem guten Team fällt es leicht, Feedback zu geben und auch kritisches Feedback anzunehmen.

[Bearbeiten] Ablauf eines Feedbacks

Beim Feedback sollte man sich an ein dreischrittiges Grundprinzip halten.

1) Begonnen werden sollte mit dem positiven Aspekt: Was hat mir gefallen? Was schätze ich?

2) Dann folgt ein kritischer Aspekt: Was hat mir nicht gefallen? Was hätte ich mir gewünscht?

3) Darauf ein konstruktiver Aspekt: Welchen Verbesserungsvorschlag habe ich?

[Bearbeiten] Annahme des Feedbacks

Ebenso wichtig, wie Feedback geben zu können, ist seine Annahme. Der Feedback-Nehmer darf das Feedback nicht kommentieren, er sollte sich auf das aufmerksame Zuhören beschränken – und im Stillen für sich entscheiden, was er annehmen möchte und was nicht. Auf keinen Fall darf man sich innerhalb des Feedback-Prozesses rechtfertigen – wofür auch? Hilfreich ist es, wenn der Nehmende für das Feedback dankt.

[Bearbeiten] Wie äußern?

In jedem Team und in jeder Situation werden die Regeln dafür neu bestimmt. Deswegen muss man gleich im Vorfeld darüber gesprochen haben, um eine feste Basis zu haben. Im Folgenden sollen aber Stichpunkte genannt werden, die als Grundlage dienen können.

  • Ich-Botschaften statt „man“ oder „wir“
  • Schildere deine Wahrnehmungen und versuche, nicht zu interpretieren: Für den Feedback-Nehmer ist es am wertvollsten zu erfahren, wie eine Situation/Handlung wahrgenommen wurde.
  • Authentisch und selektiv in der Kommunikation sein: Mach dir bewusst, was du denkst und wahrnimmst. Vermeide Floskeln und benutze deine eigenen Worte. Mache Gefühle als Gefühle sichtbar, aber kontrolliere Deine Aussagen.
  • Respekt: Sei ehrlich, aber nicht verletzend. D.h. keine Aussagen machen, die die Persönlichkeit in ihrem Kern betrifft.
Feedback-Prinzip respektvolles Feedback entwertendes Feedback
Ich-Botschaften senden. "Ich habe diesen Punkt nicht verstanden" "Deinen Vortrag konnte man nicht verstehen."
Beschreiben, nicht interpretieren. "Deine Hände und deine Stimme wirkten auf mich hektisch." "Du warst wieder mal aufgeregt und nervös."
Authentisch und selektiv sein. "Ich bin frustriert. Ich spüre den Druck meiner Aufgaben – aber dann klappt es nicht mit den Absprachen. Na ja, manchmal schon." "Unsere Zusammenarbeit ist miserabel, nix klappt."


Respekt vor der ganzen Person zeigen. "Wenn du dich aufregst, überschlägt sich deine Stimme. Das macht mich schnell nervös." "Du hast eine nervige Stimme, wenn du dich aufregst."

[Bearbeiten] Literatur

  • Ruth C. Cohn: Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion. Von der Behandlung einzelner zu einer Pädagogik für alle. Stuttgart 1975.
  • Marshall B. Rosenberg: Nonviolent Communication: A Language of Life. Encinitas 2003.
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