Schokoladenspiel

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Ein Würfelspiel um Schokolade, das von der Ausgangsposition her ungerecht ist. Um überhaupt spielen zu können, müssen die Teilnehmer außerdem auf Vorwissen aus Kinderspielen zurückgreifen, da ihnen für das Spiel selbst nur eine einzige Regel genannt wird. Demokratische Werte werden von Anfang an verletzt und zwingen die Teilnehmer zu einer Reaktion darauf.

Die Teilnehmer lernen, sich auf gemeinsame Regeln zu verständigen und zwischen impliziten und expliziten Regeln zu unterschieden. Sie erfahren Macht und Ohnmacht und entwickeln unterschiedliche Strategien, damit umzugehen. Sie entdecken ihre eigenen Grenzen der Toleranz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kurz und knapp

  • 20 Personen
  • 90 Minuten
  • Klebeband, Süßigkeiten, Würfel aus einem Karton, Flipchart, Stifte

[Bearbeiten] Vorbereitung

Auf den Boden des Seminarraums wird mit Klebeband ein Spielfeld aufgeklebt. Es besteht aus zwanzig Feldern, die hintereinander ein U bilden. Am Anfang wird „Start“ aufgeklebt, am Ende „Ziel“.

Auf 5 verschiedenen Feldern werden ein paar Süßigkeiten ausgelegt, der Rest befindet sich im Ziel.

Aus einem Karton wird ein Würfel gebastelt, der möglichst rechteckig, nicht quadratisch ist. Auf die 6 Seiten werden Zahlen verteilt, und zwar einmal die 1, zweimal die 2 und je einmal die 3, die 4 und die 6.

[Bearbeiten] Durchführung

Die Teilnehmer werden auf vier Gruppen aufgeteilt und es wird ihnen mitgeteilt, dass jetzt ein Spiel gespielt wird. Jede Gruppe wählt einen Vertreter.

Der Spielleiter verteilt die Spieler unregelmäßig: z.B. auf Start, auf Feld 1, auf Feld 2, auf Feld 10.

Das Spiel hat nur eine einzige Regel:

  • Wer eine 6 würfelt, darf eine Spielregel formulieren, die in Zukunft für alle Mitspieler gilt, und sie an das Flipchart schreiben.

Die Teilnehmer beginnen mit dem Spiel. Von nun an gibt der Spielleiter keine weiteren Informationen mehr, sondern weist nur noch auf die Spielregel hin.

[Bearbeiten] Auswertung

Die Auswertung sollte mit der Frage beginnen, wie sich die Spieler im Moment fühlen, dann sollte die Frage an die übrigen Gruppenmitglieder weitergehen. Die Spieler werden nun explizit aus ihren Rollen entlassen.

Weitere Fragen für die Diskussion:

  • Woher wusstet ihr, wie man das Spiel spielt?
  • Wie zufrieden wart ihr mit eurer Ausgangsposition?
  • Was passierte mit der Schokolade auf den Spielfeldern?
  • Wer hat sie wann genommen und gegessen, warum?
  • Was passierte mit der Schokolade im Ziel? Wem gehört sie?
  • Wie haben euch die neuen Regeln gefallen / nicht gefallen? Warum?
  • Wer hat wann welche Regel gebrochen? Warum? Warum nicht?
  • Zu welchen offenen / versteckten Konflikten kam es?

[Bearbeiten] Zusammenfassung

Die Diskussion kann abschließend nach folgenden Aspekten zusammengefasst werden:

  • Nach welchen Kriterien werden Regeln akzeptiert oder nicht akzeptiert?
  • Wie gehe ich mit Verletzungen meiner eigenen Werte um?
  • Wie markiere ich die Grenzen meiner Toleranz?

[Bearbeiten] Erfahrung

Zunächst formulieren die Spieler akzeptable Regeln, früher oder später werden die Regeln extremer und begünstigen meist die eigene Gruppe, was zu heftigen Reaktionen der Mitspieler führt und eventuell auch zum Spielabbruch bei einigen Spielern. Der Spielleiter sollte das Spiel erst für beendet erklären, wenn keiner der Teilnehmer mehr spielen möchte.

Vor der Auswertung sollte eine kurze Auflockerung stattfinden, damit vor allem die Spieler etwas Distanz zum Spiel gewinnen können. Zwei Teilnehmer können als zusätzliche Beobachter eingesetzt werden.

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