Gestaltung und Konzeption von Publikationen

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Die Gestaltung und Konzeption von Materialien gehört zur Planung eines Projekts. Denn häufig sind es gerade geplante Publikationen, die Zeitpläne durcheinander werfen und in der Endphase des Projekts viel Zeit rauben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Form folgt der Funktion

Die meisten Menschen haben beim Stichwort "Märchen" ein Buch vor Augen. Aber dennoch ist es nicht immer sinnvoll, Märchen in einem Buch zu sammeln. Wenn es in einem internationalen Märchenprojekt darum gehen soll, Märchen aus anderen Ländern zusammenzuführen, dann kann es z. B. gut sein, dies digital zu tun. So kann man die Texte versenden oder kommentieren oder Textstellen aus anderen Märchen in Beziehung zum jeweiligen Text setzen. Vielleicht eine innovative Form für die Zielgruppe eines solchen internationalen Projekts. Eine konservative Leser-Zielgruppe wird aber womöglich ein gedrucktes Ergebnis vorziehen. So sollte die Form der Publikation der Frage untergeordnet werden, wie man möglichst effizient seine wichtigsten Zielgruppen erreicht.

[Bearbeiten] Man macht ein Projekt nicht für eine Broschüre

Häufig stehen Projektteams unter dem Stress, am Ende etwas Greifbares zu präsentieren. Nur ein Seminar - so die Denkweise - wird andere nicht von der Wichtigkeit meines Projekts überzeugen. Also wird in das Projektkonzept ergänzend zum einwöchigen Workshop eine 60-Seiten-Broschüre hineingebaut.

Im Laufe der Zeit stellt sich oft heraus, dass die Arbeit an der Broschüre mehr Zeit in Anspruch nimmt als der Workshop selbst. Weil man die Konzeptarbeit und den handwerklichen Aufwand nach der Erstellung der ersten Texte unterschätzt. Oder weil man während des Workshops unter dem permanenten Druck steht, dass die Prozesse die gewünschten Ergebnisse liefern. Tun sie das aber nicht, sorgt das für zusätzlichen Stress.

Möglicherweise wird alles anders als geplant – das sollte man zulassen, statt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und sich selbst gegenüber Druck aufzubauen. So sollte sich die Logik umkehren: Nach dem Workshop schauen: Welche Ergebnisse haben wir? Wie können sie aufbereitet werden? Was können wir organisatorisch und von unseren Kompetenzen her leisten?

[Bearbeiten] Lektorats- und Korrekturphasen

Gedruckte Publikationen ziehen sich oft in die Länge, weil keine Korrekturzeit eingeplant wurde, sondern nur die Entwicklungszeit des Textes. Realistisch sind mindestens drei Korrekturdurchläufe:

  1. Strukturelle und inhaltliche Probleme vor der Übergabe an den Gestalter durch eine Lektorin.
  2. Rechtschreibung kontrollieren vor der Übergabe an den Gestalter.
  3. Nach der Umsetzung in ein Layout durch eine Rechtschreibkorrektur. Während des Gestaltens werden jedoch oft erst die Strukturprobleme von Texten deutlich („Ist das eine Überschrift oder eine Hervorhebung?“ „Ist die Überschrift dritter oder vierter Ordnung?“). Auch der Text selbst wird erst deutlich sichtbar, wenn er in Form gegossen ist.
  4. Das heißt: Ein vierter Korrekturdurchlauf ist wahrscheinlich

[Bearbeiten] Gestalter von Anfang an einbeziehen

Jemand, der visuell gestaltet, sieht einen Text anders als jemand, der schreibt und erkennt somit andere Stärken und Schwächen. Wenn die Gestaltung nicht als reine Dienstleistung begriffen, sondern als ein Beitrag zum Projekt ernst genommen wird, lohnt sich eine Einbeziehung der Gestalter in den inhaltlichen Prozess.

[Bearbeiten] Sprache und Geschlechter

Da Sprache unsere Realität beeinflusst und Strukturen, Normen und Werte einer Gesellschaft widerspiegelt, solltet ihr euch um eine geschlechtergerechte Schreibweise bemühen. Das betrifft einerseits von euch verfasste Beispiele: Wenn immer männliche Projektleiter und Professoren auftauchen und Frauen überwiegend als Sekretärinnen oder Studentinnen, fühlen sie sich womöglich nicht angemessen berücksichtigt. Zum anderen kann man versuchen, die männliche und weibliche Form von Personenbeschreibungen zu benutzen oder auf neutrale Formen ausweichen. Je nach Sprache gelingt dies mehr oder weniger elegant. Im Ungarischen ist etwa die geschlechterneutrale Formulierung unproblematisch, im Deutschen behilft man sich oft mit Kunstwörtern wie „Studierende“ (statt „Studenten“) oder mit Konstruktionen wie „StudentInnen“ (statt „Studentinnen und Studenten“).

[Bearbeiten] Übersetzungen und Sprachregelungen

Bei internationalen Publikationen mit Übersetzung müssen Sprachregelungen abgestimmt werden. Texte müssen in den verschiedenen Sprachen funktionieren, brauchen deshalb ein bisschen mehr Freiheit als die wortgetreue Übersetzung. Außerdem sind Sonderzeichen anderer Sprachen wichtig. Hierzu findest du mehr Informationen unter Typografie.

[Bearbeiten] Checkliste Publikation

Bevor du dein Produkt veröffentlichst oder in den Druck gibst, empfehlen wir dir die Checkliste Publikation, die auf unsere Erfahrungen aufbaut.

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