Fragen

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Ein Moderator führt eine Gruppe durch gezielte Fragen in eine Richtung. Andererseits können dies auch Teilnehmende tun. In diesem Artikel stellen wir einige Fragtechniken vor, die verschiedene Ziele haben. Sie sind zielgerichtet, aber sie helfen Trainern, ermöglichend zu bleiben, das heißt nicht den Teilnehmenden die Initiative und Verantwortung wieder zu entziehen.

Allgemein gesprochen gibt es für alle Arten von Fragen goldene Regeln, damit die Fragen auch ihre Wirkung richtig entfalten können:

  1. Sei präzise. Veruche nicht zu viel auf einmal zu erfragen.
  2. Nur eine Frage auf einmal (vermeide Doppelfragen)
  3. Unterstütze deine Frage mit einer angemessenen Körpersprache (Hände zur Gruppe hin, Augenbrauen hochziehen, ...)
  4. Ende mit einem Fragezeichen. Erkläre deine Frage nicht im Nachhinein.
  5. Lass Zeit zum Denken. Beschleunige das Tempo nicht direkt nach einer Frage.
  6. Wenn zwei Personen in ein Frage-Antwort-Frage Ping-Pong einsteigen, greife mit einer Fragestrategie ein.

[Bearbeiten] Problemorientierung

Wenn wir Herausforderungen gegenüberstehen, folgen wir zwei Ansätzen. In Universitäten zum Beispiel üblich - wir testen eine Annahme kritisch. Diese kritische Haltung hilft uns die Kompliziertheit eines Themas verstehen zu lernen und daruaf aufbauend eine These zu entwickeln, die neuer Kritik besser standhält. Deshalb herrscht in Konferenzen auch oft eine Atmosphäre der Kritik. Und auch nach außen definieren sich viele von uns als "kritisch denkende Menschen".

Dieser problemorientierte Ansatz kann zwar hilfreich sein, um Dinge zu verstehen,aber häufig führt er auch zu Konflikten. Außerhalb der Wissenschaft macht uns eine zu starke Problemorientierung auch das Leben schwerer. Wenn keine der möglichen Lösungen in der Lage ist, dem idealen Anspruch nahezukommen - was dann? Dann haben wir zwar eine theoretisch sehr gute Lösung gefunden, aber ihr in der Praxis nahezukommen, ist möglicherweise viel zu herausfordernd.

[Bearbeiten] Lösungsorientierung

Das Feld der Coaching-Literatur folgt einem umgekehrten Ansatz. Lösungsorientiert denken heißt, Lösungen zu finden für konkrete Situationen. Die Faktoren, die die Lösungsfindung bestimmen sind die realistischen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Meistens sind eure Teilnehmenden in der Lage, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Wir wollen nicht die Produktivität von kritischem Beobachten in Frage stellen. Aber um eine Diskussion nach vorne zu bringen hilft oft nur eins: Sich darauf konzentrieren, verschiedene realistische Möglcihkeiten gegeneinander abzuwägen und sich für eine zu entscheiden.

Moderierende Trainer können eine solche Lösungsorientierung mit einer optimistischen Grundhaltung unterstützen und indem sie die vorhandenen Fähigkeiten in einer Gruppe wertschätzen. Zum Beispiel:

  • "Was willst du erreichen?"
  • "Welche Möglichkeiten siehst du?"
  • "Erzähle mir, wann hast du das letzte Mal [diese positive Entwicklung] erlebt? Was hast du dann gemacht?"
  • "Was musst du vermeiden, um dieses Ziel zu erreichen?"
  • "Was solltest du anders machen, damit die Situation sich verändert?"

[Bearbeiten] Offene Fragen

Eine geschlossene Frage verlangt anch einer konkreten Antwort. Eine offene Frage ermöglicht es, verschiedene Antworten geben zu können. Das kann zu neuen Ideen und Perspektiven führen. Konstruktive Fragen beginnen mit "wer", "was", "wann" oder "wo". "Warum" empfehlen wir nicht zu verwenden, weil Warum-Fragen häufig in eine problemorientierte Denkweise führen.

Ein Beispiel: Wenn ein Diskussionsteilnehmer oder ein Mentee sich über eine fatale Situation beklagt und du stellst Ja/Nein Fragen, was wird passieren? "Hast du Probleme zu Hause?" "Nein." "Mit deiner Familie?" "Nein." Wer muss hier über das Problem nachdenken - der Fragesteller oder der, der das Porblem lösen soll?

Durch offene Fragen wird hingegen der Teilnehmende oder der Mentee in die aktive Rolle gedrängt. Die Unterhaltung kann dann - im positiven Sinne - unerwartete Entwicklungen nehmen

"Was ist es, dass ein solches Gefühl in dir erzeugt?"

[Bearbeiten] Ausnahmen

Ausnahmen sind Situationen, in denen etwas erfolgreich anders gemacht wurde. Diese seltenen Situationen zeigen uns, was wir vielleicht in Zukunft häufiger tun sollten. Hat man eine solche Ausnahme identifiziert, ist auch der Weg zu einer Lösung nicht mehr unmöglich.

  • "Was machst du jetzt anders?"
  • "Was kannst du tun, dass auch andere Menschen diesen Unterschied sehen?"
  • "Wie hat sich die Situation verändert?"
  • "Was muss passieren, damit das häufiger passieren kann?"

[Bearbeiten] Unterschiedliche Perspektiven

Perspektivenwechsel kann uns helfen, eine Situation in ihrer Ganzheit zu sehen. Zirkuläres Fragen macht dann die Beziehung zu anderen Personen sichtbar machen. Ohne diese direkt fragen zu können oder zu müssen, können wir erfassen, wie man zusammenarbeitet oder wie unterschiedlich sie die gleiche Situation wahrnehmen.

  • "Wie blicken die Anderen auf diese Situation?"
  • "Was denkt dein Partner über diese Situation?"
  • "Was denkt dein Vorgesetzter?"
  • "Wie nehmen die Projekt-Partner das war?"
  • "Was hätten die Leute vor zehn Jahren dazu gesagt?"

[Bearbeiten] Coping

Wir unterstützen unsere Teilnehmer auch durch Empathie. Coping-Fragen helfen einer Person wieder zur Lösungsorientierung zu finden. Ein Beispiel: "Woher nimmst du diesen Optimismus?" Zuerst fühlt die Person die Bewunderung und die persönliche Nähe des Fragenden. Im zweiten Schritt hört sie die Frage etwas genauer und fragt sich selber: "Ja, wo kommt der Optimismus denn her und wie kann ich ihn in schwierigen Situation zuverlässiger abrufen?"

  • "Wie schaffst du das alles?"
  • "Woher hast du so viel Energie?"
  • "Where does your optimism come from?"
  • "Ja, warum sind denn die Umstände nicht noch schlimmer?"

[Bearbeiten] Skalieren

Skalieren zeigt uns, wie unser Zielerreichung auf einer Skala dargestellt werden kann. Wo wir am Anfanf waren und wie groß der Weg war, den wir genommen haben. Die Kombination verschiedener Skalen hilft uns auch komplizierte Situationen zu entwirren oder um verschiedene Aspekte zu evaluieren. Mögliche Themen: Team-Zusammenarbeit, Meine Ziele, Ergebnisse, Partnerschaft, ...

  • "Stell dir eine Skala von 1 bis 10 vor. 1 ist der niedrigste Punkt, 10 bedeutet, das Problem ist gelöst. Wo bist du im Moment?"
  • "Wie bist du dort hingekommen?"
  • "Was ist der nächste Schritt?"
  • "Was muss passieren, damit du es schaffst einen Punkt auf der Skala weiterzukommen?"
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