Erfahrungsbasiertes Lernen

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Das, was wir tun, ist das Ergebnis von Beobachtung, Handlung und Reflexion. In unserem Verhalten vergleichen wir immer auch Erfahrung aus der Vergangenheit, ob gute oder schlechte, erfolgreiche oder weniger erfolgreiche. Außerdem schauen wir auf andere Menschen und plagiieren: Was ist ihr Erfolgsrezept? Nicht zuletzt natürlich entwickeln wir auch einzigartige und individuelle Strategien, die am Besten auf die Umstände unseres Lebens passen.

[Bearbeiten] Trial & Error, Wissen & Verwirrung

Im Gegensatz zuz einem linearen Verständnis von Lernerfolgen, könnte diese Dynamik als ein sich ständig wiederholender Kreislauf beschrieben werden. In ihm beeinflussen sich frühere Erfahrungen, die erwarteten zukünftigen Gewinne, die individuelle Persönlichkeit und ihre Lernumgebung wechselseitig.

In Bezug auf Bildungsangebote kann man zeigen, warum es oft so schwierig ist, zu messen, was eine Person eigentlich gelernt hat. Denn Tests sagen nichts darüber aus, wie tief man Wissen verinnerlicht oder ob die Person auch in der Lage sein wird, dieses Wissen anzuwenden, wenn sie es benötigen sollte..

Lernen ist auch ein verwirrender Prozess. Wie bei der Teflon-Pfanne - Fortschritte geschehen oft zufällig als das Ergebnis vieler Rückschritte und weniger aber sehr wichtiger Schritte zu neuen Möglichkeiten. Lernen heipt in diesem Sinne, dass Verhaltensmuster aus Erlebtem unsere Wahrnehmung von neuen Situationen, Regeln oder Verhaltensarten beeinflussen.

[Bearbeiten] Nicht-linearer Fortschritt: Eine realistische Lernkurve

Eine Lernkurve

In unseren Trainings bitten wir manchmal Teilnehmende, dass sie den Lernprozess, den sie in den zurückliegenden Monaten durchlebte, anhand einer subjektiven Kurve darstellen.

Die X-Achse beschreibt den Zeitverlauf, die Y-Achse die mit dem Projekt und seinen Ergebnissen assoziierten Gefühle. Wir bekommen dann als Ergebnisse dargestellt, dass Projektarbeit aus Aufs und abs besteht. Wenn man dann aus diesen Kurven Rückschlüsse ziehen will, merkt man, dass ja gar nicht die geraden Linien die interessanten oder ergiebigen Punkte sind. Viel mehr sagen uns die

  • Scheitel- oder Wendepunkte
  • Die uneindeutigen Bereiche (Verwirrung, wichtige Erfahrung)

[Bearbeiten] Ungleichmäßigkeit

Menschen können nicht ständig 100% ihrer Energie geben. Manchmal wissen sie nicht, was morgen passiert, wenn auch Erfahrungen ihnen helfen Wahrscheinlichkeiten zu berechnen. Und erst recht können Menschen nicht ständig 110% geben, schon gar nicht auf lange Sicht - auch wenn sie denken, dass sie es können. Gerade in ehrenamtlicher Arbeit ist das Leben manchmal eine wilde Mischung aus Sicherheit und Unsicherheit, auch Freudnschaften spielen mit hinein, die Erfordernisse der Ausbildung oder der Arbeit, das Bedürfnis nach Fortbildung oder es passieren auf einmal grundlegende Veränderungen in einem Team.

Die Verwirrung an den Wendepunkten der Kurve signalisiert uns das Ungewisse. Wir verlieren in solchgen Situationen Kontrolle und Sicherheit, aber dafür gewinnen wir wirklich neue Erfahrungen. Vielleicht ist das das Charakteristische des erfharungsbasierten Lernens - Erfolg und Scheitern gleichen sich aus. Wir verabschieden uns von einem Lernmodell, dass geradlinige Erfolgsgeschichten erfindet.

[Bearbeiten] Lern-Kreislauf

Ein weit gebräuchliches nicht-lineares Lernmodell wurde von David Kolb entwickelt. Es beschreibt verschiedene Phasen eines Kreislaufs:

  1. Konkrete Erfahrung,
  2. Reflexive Beobachtung,
  3. Abstrakte Modellierung
  4. Aktives Anwenden.

[Bearbeiten] 1. Konkrete Erfahrung: Verloren auf dem 10. Stockwerk

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Häufig sind wir in Situationen, in denen wir uns intuitiv nicht zu helfen wissen. Wie zm Beispiel in diesem Hotel. So stellt sich die Lage subjektiv dar.

[Bearbeiten] 2. Reflexive Beobachtung: Trial and Error

Führten unsere Versuche, mit der ungewohnten Lage klarzukommen, zu irgendeiner Tür? War ein anderer Gast erfolgreicher? Erinnern wir uns an etwas? Beobachtung hilft uns Erfahrungen zu ordnen und sie miteinander zu vergleichen.

[Bearbeiten] 3. Abstrakte Modellierung

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Jetzt lernen wir die überraschend symmetrische Rationalität kennen, die uns gefangen hielt. Der Plan sieht weniger chaotisch aus, als wir uns fühlen.

[Bearbeiten] 4. Aktives Anwenden: Das Hotel auf einem Stadtplan

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Jetzt wollen wir alle Stockwerke entdecken und prüfen, ob sie alle nach dem gleichen Schema funktionieren. Nun wissen wir, wie wir uns orientieren können. Und wir wenden diese intensive Erfahrung auf zukünftige Situationen an: Es hilft uns in anderen Hotels. Der Stockwerk-Plan funktioniert wie ein Stadtplan. Den können wir jetzt auch lesen und unser Hotel darauf wiedererkennen.

[Bearbeiten] 5. Neue Erfahrung

In Zukunft werden wir den Architekten jedes Mal ein Stückchen mehr mögen - und vielleicht wiederkommen.

[Bearbeiten] Literatur

Kolb, Alice Y.; Kolb David (2005): Learning Styles and Learning Spaces: Enhancing Experiential Learning in Higher Education, Academy of Management Learning & Education , Vol. 4, No. 2 (Jun., 2005), pp. 193-212


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