Didaktisches Modell - Ziel, Inhalt, Methode

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Der eine bereitet sich gerne ausführlich auf alles vor. Er liest und kopiert Material und spricht in Team-Meetings immer alle Details ab. Ändert sich irgendetwas Unvorhergesehens, kommt er ins Schwitzen, Unvorhergesehenes macht ihm keine Freude.

Sein Teamkollege liebt die Spontaneität. In der aufgeregten Stimmung bei der Arbeit und in der Teamarbeit an der konkreten Aufgabe öffnen sich ihm erst die Möglichkeiten, die er vorher so nicht gesehen hat. Stundenlange Vorabsprachen sind ihm ein Gräuel, in herausfordernden Situationen dreht er erst richtig auf.

Menschen sind unterschiedlich - so wie du, haben Kollegen oder Teilnehmende bevorzugte Planungsweisen. Planen bedeutet hier die Kunst die folgenden Dimensionen in Einklang zu bringen

  1. Ziele
  2. Inhalte
  3. Zielgruppen - Teilnehmende, Besucher, ...
  4. Ihr, die Trainer

Planen bedeutet nicht: Alles im Vorhinein festzulegen und Überraschungen zu vermeiden, wie oft in der Schule praktiziert. Wir stellen ein Modell vor, das uns hilft, unsere Treffen nach unseren Zielen auszurichten. Und gleichzeitig Räume lässt für die Innovationen des Moments, sowie die Lernbedürfnisse der Teilnehmenden und Trainer.

[Bearbeiten] 1. Der rote Faden: Ober- und Unterziele

Zur Planung empfehlen wir eine Ziel- Inhalt-Methode-Tabelle. Woum geht es in eurem Treffen? Beschreibe zuerst das allgemeine Anliegen und wie es sich im Sinne der allgemeinen übergeordneten Ziele deiner Aktivität darstellt.

Jetzt hast du ein Ziel und ein Oberthema. Nun fahre fort und definiere einige Unterziele (circa fünf). Damit webst du an dem roten Faden, der sich durch das gesamte Training ziehen wird.

Ziele zu formulieren ist deshalb sinnvoll, weil Teilnehmende etwas lernen sollen und die Gelegenheit bekommen sollen, sich zu entwickeln.: "Die Teilnehmenden haben ...gelernt/...erfahren, ...getan."


Zeit 9:00-9:30 9:30-10:00 10:30-12:00
1. Ziele:
Was möchten wir erreichen?
Teilnehmende haben die Namen der anderen gelernt.

Sie haben die Gruppe kennengelernt. Sie haben den Bezug der anderen zum Thema erfahren.

2. Inhalt:
Wie will ich das erreichen?
Kennenlernspiele um die Namen zu lernen…

Frage: Was weißt du über das Thema XYZ? Wie alt bist du?

3. Methode:
Wie will ich die Einheit durchführen?
Schuhspiel: TN. ziehen jeweils einen Schuh aus, werfen ihn in die Mitte; TN. nehmen irgendeinen Schuh aus dem Haufen, suchen den Besitzer und reden.

Soziometrische Aufstellung: TN bilden eine Linie nach den Anwtorten auf diese Fragen...

4. Wer? Peter, Pawel
5. Material und Anmerkungen Viel Raum benötigt

+/- auf dem Boden markieren (für Soziometrie)

[Bearbeiten] 2. Konkret für jeden Schritt: Was will ich erreichen?

Nachdem du den roten Faden gesponnen hast, folgen die Details. Nun kannst du einzelne didaktische Einheiten oder Schritte im Training planen. Zuerst der Blick auf die Oberziele, dann definieren wir konkrete Ziele für die einzelne Einheit:

  • Was will ich mit diesem Thema oder der Methode erreichen?

[Bearbeiten] Warum mit dem Ziel und nicht mit der Methode starten?

Oft hat man eine konkrete Methode, die man interessant findet und um diese Methode baut man dann seine Einheit zusammen.

Diese umgekehrte Vorgehensweise ist möglich, birgt aber einige Nachteile. Erstens, es kann dann schwierig sein, zu beschreiben, was überhaupt der Sinn dieser Einheit egwesen ist. Dann kommen Ausreden wie "Wir spielen jetzt mal ein Spiel – später werdet Ihr dann sehen, warum." Das ist weder transparent noch sonderlich professionell. Sicherlich braucht ein Teilnehmender in einem Training nicht immer gleich wissen, wie eine Einheit verlaufen wird. Aber stets sollte er wissen, warum er oder sie etwas eigentlich tun (sollen).

Der zweite Nachteil, man benötigt Kriterien für die Auswertung. Wenn ein Trainer aber gar nicht weiß, was er erreichen wollte, dann wird es schwierig, den Erfolg zu messen. Und wenn man das zu oft so macht, verliert man die Ziele des Trainings aus den Augen.

[Bearbeiten] Flexibel reagieren können

Der große Vorteil des sich an Zielen orientierenden Planens ist der Gewinn an Flexibilität. Trainer werden freier und können besser auf die Bedürfnisse ihrer Teilnehmenden eingehen. So kann man sich eine Situation vorstellen, in der schnelle Veränderung in den Plänen passieren muss. Denn eure Teilnehmenden wollen etwas komplett Anderes tun, als das, was Ihr geplant habt. Wenn man seine Ziele im Kopf hat, dann kann man relativ spontan auf diesen Wunsch reagieren – ihr wisst dann schnell, was von den neuen Vorschlägen gut in das Zielkonzept passen würde, was in eine komplett andere Richtung geht oder welche Dinge ihr nicht machen könnt. Ohne Ziel vor Augen würde euch ein solches Ansinnen sicherlich größere Sorgen bereiten.

[Bearbeiten] 3.Inhalt

Im nächsten Schritt wird der Inhalt etwas detaillierter festgehalten

  • Wie können wir das Ziel erreichen?
  • Was möchte ich vermitteln?

So könnte man wie in dem obenstehenden Beispiel "Kennenlernen" notieren und vielleicht noch präziser, was genau kennengelernt werden soll.

[Bearbeiten] 4. Methode

Nach Ziel- und Inhaltsbestimmung folgt nun die Auswahl aus verschiedenen Methoden:

  • Wie will ich das Ziel erreichen und den Inhalt vermitteln?

Methoden beziehen sich auf die Ziele, zu deren Erreichung sie eingesetzt werden. Häufig kann man aus mehreren denkbaren Methoden auswählen, um das gleiche Ziel zu erreichen. Bei der Auswahl können die folgenden Fragen helfen.

[Bearbeiten] 5. Die Rolle der Trainer

Ein größeres Trainerteam kann es ermöglichen, dass mehere Personen eine Einheit planen und durchführen - etwa ein Trainer und ein unterstützender Co-Trainer. Das hat auch den Vorteil, dass man ein gutes Feedback hinterher bekommen kann. Wenn man in einem Team arbeitet, müssen wiederum alle Team-Mitglieder ein gemeinsames Verständnis von den Zielen haben. Es sollte aber auch guter Brauch sein, demjenigen, der für eine Einheit verantwortlich zeichnet, freie Hand zu lassen, wie er diese Einheit dann methodisch und inhaltlich gestalten will.

[Bearbeiten] 6. Material und Anmerkungen

Hier kann zum Beispiel stehen, an welche Materialien oder besondere Vorbereitung gedacht werden muss.

[Bearbeiten] 7. Zeit

Vergesst nicht, die Zeit genau zu planen. Realistisch planen heißt, 20% Pufferzeit einzuplanen und Pausen zuzulassen.

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